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Jagd auf Johnny Hell   PDF  Drucken  E-Mail 

Spiegel Online, 30.6.2008

Jagd auf "Jonny Hell"
Holger Stark

Agenten des amerikanischen Secret Service haben in Deutschland einen estnischen Hacker gestellt - offenbar auf eigene Faust.

Die beiden amerikanischen Agenten, dunkle Anzüge und Dienstmarken vom Secret Service, standen regungslos neben der Schlange der Flugreisenden am Frankfurter Flughafen. Sie warteten, bis Aleksandr Suvorov und seine Freundin Vika an der Reihe waren, Terminal 1, Singapore Airlines nach Bali, drei Wochen Erholung hatte das Liebespaar gebucht. Als Suvorov seinen estnischen Reisepass über die Schaltertheke schob, erinnern sich Augenzeugen, da traten die Special Agents Paul B. und Timothy G. vor, zückten ihre Ausweise und eröffneten ihm: "Sie sind festgenommen." Es war der 3. März, kurz vor 22 Uhr.

An jenem Montagabend erwartet Suvorov, 24, nicht ein Nobelhotel auf Bali, sondern eine karge Zelle der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt. Seither wartet er auf seine Auslieferung in die USA. Er gilt als internationaler Top-Hacker, der in großem Stil sensible Daten mittels Trojanischer Pferde entwendet und weiterverkauft haben soll. Der junge Este, der angeblich hinter dem Hacker-Pseudonym "Jonny Hell" steckt, gehöre zu "einem der weltweit größten Zirkel, die mit gestohlenen Kreditkartennummern" handelten, mutmaßt der Fernsehsender ABC.


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