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Jagd auf Johnny Hell   PDF  Drucken  E-Mail 

Die Jagd auf "Jonny Hell" bewegt mittlerweile nicht nur die Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten, sondern auch die deutsche Justiz. Denn bei dem abendlichen Arrest haben die Agenten aus dem amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main offenbar auf eigene Faust agiert. "Die Vermutung liegt nahe, dass die US-Behörden Deutschland gezielt ausgesucht haben, um eine möglichst reibungslose Festnahme zu erreichen", kritisiert Suvorovs Anwalt Oliver Wallasch. Die Geheimpolizei, die für Computerkriminalität zuständig ist, verfolgt den Esten bereits seit 2005. Der Anwalt hat Indizien dafür, dass die Agenten das Pärchen bereits beim Einkaufsbummel in der Frankfurter Innenstadt observierten.

Eine Geheimdienstoperation mitten in der Main-Metropole, das wäre Anlass für eine transatlantische Verstimmung - aber schon der Arrest auf dem Airport wird ein politisches und juristisches Nachspiel haben. Weil amerikanische Ermittler in Deutschland keine Hoheitsrechte besitzen und offiziell niemanden festnehmen dürfen, hat Wallasch vergangene Woche Anzeige wegen Freiheitsberaubung gestellt. Inzwischen hat der Fall auch das politische Berlin erreicht. Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele spricht von "Amtsanmaßung" und will von der Bundesregierung wissen, welche Konsequenzen sie "gegenüber den USA ergreifen wird".


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