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Ermittlungen, hart wie Watte | Drucken |

SonntagsZeitung, 29.03.2009

Das «Phantom» ist in Tat und Wahrheit eine harmlose Arbeiterin aus Bayern.

Von Werner Thies

Die Polizei ist blamiert, Spötter frohlocken. Denn seit Freitag steht fest: Jahrelange Ermittlungsarbeit war vergebens. Eine sogenannte Phantommörderin, die in Deutschland und Österreich verbissen gejagt wurde, hat es nie gegeben. Fünf Sonderkommissionen und drei Staatsanwaltschaften sind einem Hirngespinst nachgejagt.
Mit verunreinigten Wattestäbchen schleppten die Ermittler selbst angebliches Beweismaterial an diverse Tatorte. Immer wieder. Und als wäre dies allein nicht schlimm genug: Das falsche Beweismaterial war stets exakt identisch.

Die Ermittler sahen «viele Chancen». Alles falsch

Im April 2007 begann der Glaube an das «Phantom». In Heilbronn war eine Polizistin erschossen worden. Die Kriminaltechniker sicherten alle erdenklichen Spuren, unter anderem auch das Genmaterial einer unbekannten weiblichen Person. Im Polizeijargon «UwP». Diese geheimnisvolle Frau, die seitdem mit riesigem Aufwand gesucht wurde, schien dabei so etwas wie eine «alte Bekannte» zu sein. Ihre DNA-Spuren waren schon bei anderen Straftaten gefunden worden. Und sie raubte und mordete immer weiter.


 

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