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Ermittlungen, hart wie Watte | Print |

Aus Österreich kamen schon letztes Jahr Warnungen

Die Wattestäbchen waren zwar sterilisiert, die DNA-Spuren der Arbeiterin blieben aber haften. Heribert Rech (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg, möchte deshalb von der Herstellerfirma Schadenersatz fordern. Deren Geschäftsführer weist alle Schuld von sich. Die Polizei habe sich nie dafür interessiert, ob die Stäbchen für DNA-Tests überhaupt geeignet seien. Millionen Euro wurden im Laufe der Ermittlungen in den Sand gesetzt. Mehrere Hundert Polizisten arbeiteten an dem Fall. 16 000 Überstunden sollen dabei geleistet worden sein. «Mit ganz viel Herzblut», wie SoKo-Chef Frank Huber am Freitag enttäuscht zu Protokoll gab.

Alle zurück auf Feld eins. Sechs Morde, dazu Diebstähle, Einbrüche, Raubüberfälle. Nichts, was zusammenpasst. Deshalb scheint es auch so unbegreiflich, dass den Ermittlern erst jetzt Zweifel kamen: als die unversehrte weibliche DNA-Spur an der verkohlten Leiche eines vor Jahren verbrannten Asylbewerbers entdeckt wurde. Aus Österreich waren schon im letzten Spätherbst Warnungen gekommen, dass mit der Phantom-DNA etwas nicht stimmen könne. Umsonst.
Jetzt steht die Polizei mit leeren Händen vor einem Scherbenhaufen. Sherlock Holmes wäre die Blamage nicht passiert. Dessen Arbeitsmethode beruhte auf detailgetreuer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung.


 

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